Unser gesellschaftlich-politischer Diskurs wird oft unmerklich von „Mythen“ bestimmt. Vor 80 Jahren erschien von Ernst Cassirer – neben M. Heidegger, L. Wittgenstein und W. Benjamin damals einer der einflussreichsten Philosophen im 20. Jhd. – posthum sein im amerikanischen Exil vollendetes letztes Werk „Vom Mythos des Staates“. Cassirer warnt darin vor dem Missbrauch des mythischen Denkens durch den politischen Totalitarismus: „Künftig können Mythen im selben Sinne und nach denselben Methoden erzeugt werden, wie jede andere normale Waffe – wie Maschinengewehre oderAeroplane. … Es hat die ganze Form unseres sozialen Lebens geändert“, so E. Cassirer (S. 367f.) Heute sind Cassirers Analysen und Warnungen durch das Aufkeimen von immer neuen Narrativen und sog. „alternativen Fakten“ durch populistischen Bewegungen (z.B. AfD), die wie Mythen eine gesellschaftliche Dynamik entwickeln, aktueller denn je. Daher müssen wir nach Sinn, Struktur und Wirkung von Mythen fragen und deren Mechanismen verstehen, um in unserer Gegenwart gezielte Manipulationen durch falsche oder missbrauchte Mythen aufzudecken. Dafür will E. Cassirer uns den Blick öffnen und schärfen.Mittwoch, 03.06.2026 | 17.00 UhrHaus der Evangelischen Kirche Frère-Roger-Straße 8-10, 52062 AachenReferent: Pfarrer i.R. Harry HallerDer Eintritt ist frei.Anmeldung unter
simone.graff@ekir.deTelefon: 0241 453-162