LEBENSTHEMEN (Symposium)
Mi, 11.11.2026 18:30-20:30 Uhr Martinstag
Ort
Annakirche
Annastr. 35
52062 Aachen
Art der Veranstaltung
Gottesdienste; Fortbildungen / Seminare / Vorträge; Konzerte / Theater / Musik
Weitere Informationen
Medizin, Psychologie und Theologie im Gespräch Den Menschen zu helfen, ihre Leiden zu lindern, dafür zu sorgen, dass sie, wo möglich, Heilung erfahren: das ist eine medizinische wie eine psychologische und eine pastorale Aufgabe. Die Reihe LEBENSTHEMEN möchte Medizin, Psychologie und Theologie unter diesen Vorzeichen in ein öffentliches Gespräch eintreten lassen. Diskutiert werden Themen, die alle Menschen betreffen: mit dem Ziel, aufzuklären und Orientierung anzubieten. Zum Glück? Ein Lebensgefühl zwischen Versprechen und fehlbarer Verwirklichung „Das Glück ist eine neue Idee in Europa!“ Mit diesem Ausruf charakterisiert der französische Revolutionär Louis Antoine de Saint-Just in seiner Rede vom 3. März 1794 vor dem Nationalkonvent in Paris einen Grundzug der westlichen Moderne: die politische Vision, dass alle Menschen ein natürliches Recht hätten, selbstbestimmt und tatkräftig in der hiesigen Welt nach ihrer persönlichen Lebenserfüllung zu streben. Kurz zuvor war dieser Anspruch bereits im anderen Teil der westlichen Welt verbrieft worden: 1776 in der Unabhängigkeitserklärung der USA durch die Formulierung „Pursuit of Happiness” („Streben nach Glück”). Zweieinhalb Jahrhunderte, nachdem die mentale Flügeltür zu diesem modernen Massen-Versprechen geöffnet wurde, fällt die Bilanz durchwachsen aus. Der „World Happiness Report“, der jährlich die Lebenszufriedenheit der Menschen in über 140 Ländern dokumentiert, führt 2025 mit Finnland, Dänemark, Island, Schweden, den Niederlanden, Norwegen, Israel und Luxemburg zwar acht westlich orientierte Länder in der Liste der ‚Top Ten’ auf. Aber zugleich gibt es in der leistungsethisch ausgerichteten bürgerlich-liberalen Moderne auch einen permanenten gesellschaftlichen Erwartungs-Druck auf Individuen, sich ihr Leben als gut, gelingend, erfolgreich, erfüllt zu organisieren und im anderen Fall vor sich selbst und vor den Augen der Anderen als Versager zu gelten. Was aber wäre dies weltliche Glück? Und – kann es wie nach Rezeptur produziert und verfügbar gemacht werden? Oder ist gerade in einer subjektbestimmten Annahme wie dieser das Risiko des psycho-sozialen Scheiterns am Glücklich-Werden angelegt? Genauer besehen: Kämen nicht auch dem hiesigen Glück die Eigenschaften eines Widerfahrnisses zu – Aspekte des Überraschenden und Überwältigenden, des Spontanen und Sensationellen? Wäre es dadurch womöglich gar nicht so weit vom spirituellen Glück entfernt, das die Religionen als erhellende Erfahrung einer ‚Transzendenz in der Immanenz’ den Menschen offenbaren möchten? Und, auf andere Weise nach einer Erweiterung des Bewusstseins gefragt: Inwieweit ist die medizinische Forschung gerade dabei, durch innovative Studien zu den Potenzen von Pilzen schwere Depressionen so lindern zu können, dass es den leidenden Menschen durch psychische Flexibilität ermöglicht wird, ihr Vorstellungsvermögen wieder um helle Akzente bis hin zu Glücks-Gefühlen zu erweitern? Eine Vielfalt solcher Lebens-Fragen zum Glück werden wir erörtern. Symposium Mittwoch, 11.11.2026, 18.30–20.30 Uhr Ort: Annakirche | Annastraße 35, Aachen Anmeldung nicht erforderlich Impuls-Referat I: Psychologie Der ‚Wille zum Glück’ – Traum oder Albtraum unserer Zeit? Das ambivalente Glücks-Versprechen der Moderne Referat: Prof. Dr. Ute Habel Leitende Psychologin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen, Prorektorin der RWTH Aachen für Internationales Impuls-Referat II: MedizinIndikation ‚Glücks-Pilz’? Können pilzbasierte Psychopharmaka bei Depressionen neu helfendes Licht ins Lebensdunkel bringen? Referat: PD Dr. med. Dipl.-Kfm. Michael Paulzen Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Fachkrankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Alexianer Krankenhaus Aachen Impuls-Referat III: TheologieSpirituelles Glück? Sehnsucht, Suche – Meditation als möglicher interreligiöser Weg zum Ziel Referat: : Ulrich Holste-Helmer Pfarrer i.R. Organisation und Moderation der Reihe: Dr. Uwe Beyer und Pfarrerin Bärbel Büssow Zum Abschluss des Abends wird es die Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei einem kleinen Umtrunk geben. Der Eintritt ist frei. In Zusammenarbeitder Evangelischen Stadtakademie Aachenmit dem Universitätsklinikum Aachen,der Alexianer Aachen GmbH,dem Luisenhospital unddem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Aachen
Veranstalter / veröffentlicht von:
Evangelische Stadtakademie Aachen
Frère-Roger-Straße 8-10
52062 Aachen
info@stadtakademie-aachen.dehttp://www.stadtakademie-aachen.de
Tel.: 0241 / 453-162
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